Ich werde im Rahmen meines Studiums der Arbeitslehre eine Hausarbeit ueber cctv schreiben.
Es gibt zwar erstklassige Materialien, aber das meinste was ich bisher zu Gesicht bekommen habe sind
soziologische Studien, die CCTV als Mittel der Machtausuebung zu kategorisieren versuchen. Ein kurzes Zitat zur einstimmung:
"Die Disziplin kann weder mit einer Institution noch mit einem Apparat identifiziert werden. Sie ist ein Typ von Macht; eine Modalitaet der Ausuebung von Gewalt; ein Komplex von Instrumenten, Techniken, Prozeduren, Einsatzebenen, Zielscheiben; sie ist eine "Physik" oder eine "Anatomie" der Macht, eine Technologie. [...] "(Michel Foucault; 1977: 277f)
Ich finde diesen Ansatz zwar nicht uninteressant, (und bin auch sehr gespannt auf
winnis Hausarbeit zu dem Thema) will aber in der Hausarbeit eher zwei weitere Aspekte die meiner meinung nach in den Surveillance Studies bisher zu wenig beachtung gefunden haben beleuchten.
Den
Techinischen Aspekt von CCTVs. Meine Ueberzeugung ist, dass mensch die
Technik nicht fassen kann, wenn mensch die Technik nicht versteht. So waren CCTVs ja zu beginn vorallem im Technischen bereich eingesetzt. Die erste cctv ueberwachte den Start der "Wunderwaffe" V2. Bei der Technik ist die quellenlage momentan etwas schlecht, wer mir eine
gute Quelle zum Thema hat moege dies in den Kommentaren kurz anzeigen.
Den
Psychologischen Aspekt. Ich habe bisher noch nichts von der Idee gelesen, aber ich bin ueberzeugt dass man gut Forschen kann, indem mensch Material auswertet, inwieweit Menschen Überwachungskameras wahrnehmen. Im Sinne des soziologischen Aspektes müssten, koenten, sollten CCTVs ein mittel zur Disziplinierung sein, das sollte Stress verursachen. Stresstheorie ist etwas interesanntes, und die
Lazarus'sche Interaktive Stresstheorie sollte sich auch auf CCTVs anwenden lassen. Diesen Ansatz will ich zumindest Skizzieren, auch wenn meine Ressourcen vermutlich nicht ausreichen werden für diese Art von Forschung (extrem hochaufloesendes Videomaterial besorgen, auswerten, rauskriegen wie man so "kleine reize" wie das sehen von CCTVs in stressbewertungsboegen reinbekommt...). Der Ansatz, sollte die Hypothese CCTVs==Stressor stimmen, verspricht letztendlich ein Killerargument gegen CCTVs zu werden: sie würden schlichtweg krank machen.